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Von globalen Krisen, historischen Brüchen und neuen Allianzen

Vortrags-Trilogie zur Karlspreisverleihung mit Diplomat Wolfgang Ischinger und weiteren hochkarätigen Gästen

Prof. Dr. h.c. Wolfgang Ischinger, Botschafter, Vorsitzender der Münchner Sicherheitskonferenz, Foto: MSC_Kuhlmann

Im Vorfeld der Karlspreisverleihung wird der Aachener Dom zum Resonanzraum für zentrale Fragen unserer Zeit. Drei Veranstaltungen, drei Perspektiven, ein gemeinsames Anliegen: Europa im Spannungsfeld von Geschichte, Gegenwart und Zukunft zu verstehen.

Die Vortrags-Trilogie spannt dabei einen Bogen von den aktuellen globalen Umbrüchen über die historischen Tiefenschichten europäischer Konflikte bis hin zu den tragenden Beziehungen im Herzen des Kontinents. Internationale Sicherheit, die Prägung Europas durch das 20. Jahrhundert und die Rolle deutsch-französischer Zusammenarbeit greifen ineinander – wie Kapitel einer großen europäischen Erzählung.

So entsteht eine Reihe, die nicht nur informiert, sondern Zusammenhänge sichtbar macht: Wie ist Europa geworden, was es ist? Und wohin bewegt es sich? Wer den „europäischen Dom“ betritt, ist eingeladen, genau diesen Fragen nachzugehen – im Dialog mit renommierten Stimmen aus Diplomatie, Geschichtswissenschaft und Journalismus.

Eine Welt im Umbruch

Mittwoch, 22.04.2026 | 19.00 Uhr
Vortrag und Gespräch – Prof. Dr. h.c. Wolfgang Ischinger, Botschafter, Vorsitzender der Münchner Sicherheitskonferenz
Moderation: Dr. Jürgen Linden, Vorsitzender des Stiftungsrats der Europäischen Stiftung Aachener Dom

Die diplomatische Karriere von Wolfgang Ischinger begann 1973 im Sekretariat der Vereinten Nationen in New York. Zwei Jahre darauf trat er in den Auswärtigen Dienst ein. Ab 1982 persönlicher Mitarbeiter von Bundesaußenminister Hans-Dietrich Genscher, wechselte er 1990 an die deutsche Botschaft in Paris. Anschließend war er ab 1993 Chef des Planungsstabs im Auswärtigen Amt, bevor er 1995 Leiter der Politischen Abteilung und 1998 Staatssekretär des Auswärtigen Amts wurde. Von 2001 bis 2006 war er deutscher Botschafter in Washington, von 2006 bis 2008 in London. 2008 übernahm er den Vorsitz der Münchner Sicherheitskonferenz, die unter seiner Führung zu einer weltweit beachteten Plattform avancierte. Wie nur wenige andere mit der internationalen Sicherheitspolitik und den handelnden Akteuren vertraut, spricht Wolfgang Ischinger über eine Welt im Umbruch, das zunehmend schwieriger werdende transatlantische Verhältnis und die Notwendigkeit eines starken Europas.

Ort: Aachener Dom
Eintritt: frei | Anmeldung unter info@aachenerdom.de
Veranstalter: Europäische Stiftung Aachener Dom, Internationaler Karlspreis, Stadt Aachen

Eine europäische Herausforderung: Deutschland und Russland im langen 20. Jahrhundert

Freitag, 08.05.2026 | 19.00 Uhr
Vortrag und Diskussion – Prof. Dr. Stefan Creuzberger, Historisches Institut der Universität Rostock, im Gespräch mit Dr. Sabine Grabowski, Stiftung Gerhart-Hauptmann-Haus, Deutsch-osteuropäisches Forum, Düsseldorf

Die turbulente und verflochtene Geschichte von Deutschland und Russland hat die Entwicklung des europäischen Kontinents im vergangenen Jahrhundert nachhaltig geprägt. Kaum andere Staaten waren so augenfällig von Revolution und Umbruch, Terror und Gewalt sowie Abgrenzung und Verständigung geformt. Welche Konsequenzen ergaben sich daraus für das Schicksal Europas, und welche Erkenntnisse lassen sich für die Zukunft ableiten?

Ort: Hochschule für Musik und Tanz Köln | Aachen, Theaterplatz 16, Aachen
Eintritt: frei | Anmeldung unter info@aachenerdom.de
Veranstalter: Europäische Stiftung Aachener Dom, Internationaler Karlspreis, Stadt Aachen, HfMT Köln | Aachen

Motor Europas? Die deutsch-französische Zusammenarbeit in
Geschichte und Gegenwart


Montag, 11.05.2026 | 19.00 Uhr

Gesprächsrunde – Prof. Dr. Helene Miard-Delacroix, Professorin für Geschichte und Kultur des zeitgenössischen Deutschlands, Sorbonne Université
Prof. Dr. Andreas Wirsching, Vormaliger Direktor des Instituts für Zeitgeschichte München
Moderation: Madeleine Gullert, Aachener Zeitung

Lange Zeit galt: Wenn sich Frankreich und Deutschland einig sind, geht es voran mit Europa! Über Jahrzehnte waren beide Länder Taktgeber der europäischen Einigung. Ab und zu stotterte dieser Motor, heute ist kaum mehr die Rede von ihm. Was machte die deutsch-französischen Beziehungen einst zur Triebfeder? Wie ist es heute um sie bestellt? Wie blicken beide Länder auf die Zukunft Europas?

Ort: Domsingschule Aachen, Ritter-Chorus-Straße 1 – 4, Aachen
Eintritt: frei | Anmeldung unter info@aachenerdom.de
Veranstalter: Europäische Stiftung Aachener Dom, Internationaler Karlspreis, Stadt Aachen, Deutsch-Französisches Kulturinstitut Aachen

Domfalken in Aufregung: Uhus besetzen ihren Horst

Webcam-Übertragungen sind derzeit spannender als jede TV-Soap

Wer macht das Rennen um die beste Aussicht der Stadt? Diese Frage treibt aktuell viele Vogelfans um. Dank Webcam konnten sie in den letzten beiden Wochen ein ungewöhnlich buntes Treiben im Falkenhorst des Westturms verfolgen. „Es herrscht ein ständiges Kommen und Gehen verschiedenster Vogelarten“, berichtet Dombaumeister Dr. Jan Richarz mit einem Schmunzeln. „Tauben, Raben, Wanderfalken und sogar mehrfach ein Uhupärchen – so einen bemerkenswerten Andrang hatten wir hier selten.“

Bislang galt der Horst als exklusive Adresse für Turmfalken – gelegentlich auch für ihre größeren Verwandten, die Wanderfalken. Doch in diesem Jahr scheint sich die Nachricht von der Premiumlage in der Vogelwelt verbreitet zu haben. Kein Wunder: Der wind- und wettergeschützte Horst wird alljährlich im Januar vom Stadtjäger gründlich gereinigt und bezugsfertig gemacht – ein Service, der quasi der Vermietung eines möblierten Apartments auf dem Wohnungsmarkt gleichkommt.

Am Sonntagmorgen kam es zum offenen „Mietstreit“: Ein empörter Turmfalke kreiste stundenlang lautstark über der Turmspitze und beschwerte sich hörbar über die aktuelle Belegung. Grund der Aufregung: Ein entspannt schlafendes Uhupärchen hatte es sich gemütlich gemacht – trotz offenkundiger Platzprobleme. Die nachtaktiven Großmieter scheinen die beengten Verhältnisse bislang gelassen hinzunehmen.

Ob sich am Ende die Stammkundschaft durchsetzt oder die Uhus das Rennen machen, bleibt offen. Sicher ist nur: Der Falkenhorst am Dom entwickelt sich zunehmend zur spannenden Live-Soap.

Wer den weiteren Verlauf dieses ungewöhnlichen „Wohnungsdramas“ verfolgen möchte, kann jederzeit einen Blick auf die Webcam werfen – egal ob mit oder ohne Popcorn: https://dombauhuette-aachen.de/webcam/webcam-innen/

Internationaler Zuspruch und hohe Nachfrage nach Domführungen

Jahresbilanz 2025: Online-Ticketing erhöht Nachfrage aus dem Ausland

Der Aachener Dom zieht weiterhin Besucherinnen und Besucher aus aller Welt an: 2025 kamen rund 1,25 Millionen Menschen. Die Domschatzkammer freute sich über gut 90.000 Gäste. Auch wenn damit keine neuen Rekorde erreicht wurden, bleibt das Interesse am ersten deutschen UNESCO-Welterbe ungebrochen.

Besonders nachgefragt waren die Führungen in den Frühlings- und Sommermonaten: Der Mai bildete mit insgesamt 540 Führungen in Dom und Domschatzkammer den Höhepunkt, während im Januar mit 259 Führungen saisonbedingt die geringste Nachfrage bestand. Bis zu 20 Personen können an einer Führung teilnehmen.

Insgesamt fanden 5.300 Führungen statt – davon mehr als 3.000 öffentliche Domführungen, die überwiegend tagesaktuell vor Ort verkauft werden. Der internationale Zuspruch wuchs spürbar. Englische, französische, spanische, italienische und niederländische Führungen legten im Vergleich zum Vorjahr deutlich zu.

Rund ein Drittel aller Führungen wird bereits online verkauft

Jean-Claude Kall, Leiter der Dominformation und des Besucherservice, nennt einen zentralen Grund dafür: „Wir führen diesen Trend auf die Einführung des Online-Ticketings im März 2025 zurück. Seitdem können Besucherinnen und Besucher ihre Führungen mit einem Vorlauf von bis zu vier Wochen bequem online buchen – und davon machen sie rege Gebrauch: Rund ein Drittel aller Tickets für öffentliche Führungen wird bereits digital verkauft, bei den Fremdsprachenführungen liegt der Anteil sogar noch höher!“

Die monatlichen Kinderdomführungen sowie spezielle Gruppen- und Kombiführungen ergänzen das Angebot und machen den Dom für Menschen jeden Alters attraktiv.

Eine weitere Besonderheit hebt Kall hervor: „Unter den Domkirchen im deutschsprachigen Raum bieten wir die meisten selbst organisierten Führungen an – also solche, die vom Domkapitel und nicht von der Stadttouristik oder selbständigen Guides verantwortet werden.“

Dompropst Rolf-Peter Cremer zeigt sich erfreut über die Entwicklung. „Die Jahresbilanz 2025 zeigt eindrucksvoll: Der Aachener Dom ist nicht nur ein Ort der Besinnung und der Gottesdienste, sondern ein lebendiges Zentrum für Kultur, Bildung und internationale Begegnungen – und das Online-Ticketing hat die Türen für ein noch breiteres Publikum geöffnet.“

Musikdrama zur Fastenzeit: Bachs Johannespassion im Dom

Kartenvorverkauf für die Aufführung beginnt in Kürze

Unmittelbar nach seiner Anstellung als Leipziger Thomaskantor schuf Johann Sebastian Bach für die Karwoche des Jahres 1724 mit der Johannespassion eines seiner packends­ten Werke: ein musikalisches Drama voller Spannung, großer Gefühle und eindringli­cher Bilder. In bewegten Chorszenen und berührenden Arien erzählt die Musik die letz­ten Tage im Leben Jesu nach dem Johannesevangelium – eindrucksvoll, direkt und bis heute berührend. Kaum ein anderes Werk Bachs kommt dem Theater so nahe wie diese leidenschaftliche Komposition.

Innig-besinnliche Choräle sind in das Passionsgeschehen ebenso verwoben wie eindringliche Arien, die die biblischen Texte kommentieren und deuten. Zu erleben ist die Johannes-Passion am Sonntag, 22. März, um 17 Uhr im Aachener Dom.

Es musizieren der Aachener Domchor und das Barockensemble Concert Royal Köln. Die Solopartien übernehmen Melanie Spitau (Sopran), Hanna Schäfer (Alt), Lars Tappert (Tenor) sowie die Bassisten Hagen-Goar Bornmann (Pilatus, Arien) und Richard Logiewa (Christusworte). Die musikalische Leitung liegt in den Händen von Domkapellmeister Felix Heitmann. Das Konzert ist Teil der geistlichen Angebote des Domkapitels in der Fastenzeit.

Karten (10 bis 25 Euro) sind über die Webseite der Dom­musik erhältlich: www.dommusik-aachen.de

Das Domkapitel ist wieder komplett

Generalvikar Jan Nienkerke und Pfarrer Hannokarl Weishaupt werden am 26. April als Domkapitulare eingeführt

Pfarrer Timotheus Eller, Generalvikar Jan Nienkerke, Dompropst Rolf-Peter Cremer, Pfarrer Hannokarl Weishaupt und Msgr. Dr. Stefan Dückers (v.l.n.r.)

Das Aachener Domkapitel ist bald wieder vollständig besetzt. Nach der Ernennung durch Aachens Bischof Dr. Helmut Dieser werden im Gottesdienst am

Sonntag, 26. April, um 10 Uhr,

zwei neue Mitglieder eingeführt: Generalvikar Jan Nienkerke und Hannokarl Weishaupt, Leiter der Innenstadtpfarrei Franziska von Aachen und stellvertretender Generalvikar. Gleichzeitig wird Pfarrer Timotheus Eller zum Domvikar ernannt. Außerdem verleiht der Bischof Monsignore Dr. Stefan Dückers, dem früheren Regens des Aachener Priesterseminars, den Titel des Ehrendomherrn.

„Das Domkapitel ist eines der ältesten priesterlichen Kollegien im Bistum und synodalen Beratungsgremien des Bischofs“, sagt Bischof Dr. Helmut Dieser. „Die Kapitulare und ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nehmen vielfältige Seelsorgeaufgaben am Dom wahr und darüber hinaus auch weitere wichtigen Aufgaben im Bistum. Deshalb freue ich mich, dass mit der Ernennung von Generalvikar Jan Nienkerke und Pfarrer Hannokarl Weishaupt wieder alle Plätze der residierenden Domkapitulare in unserem Bistum besetzt werden und die Kapitulare ihre Aufgaben am Dom, in der Stadt Aachen und für das Bistum noch vielfältiger vernetzen können. Die zusätzlich Ernannten, Domvikar Pfarrer Timotheus Eller und Ehrendomherr Msgr. Dr. Stefan Dückers, tragen weitere Expertise in dieses Portfolio ein, so dass das Kapitel für seine Aufgaben noch breiter aufgestellt sein wird. Ich freue mich auf die Zusammenarbeit und wünsche allen Gottes Segen für ihr gemeinsames Engagement!“

Die Zahl der Domkapitulare und Domvikare ist im Preußen-Konkordat von 1929 festgelegt. Vorsitzender und Sprecher ist Dompropst Rolf-Peter Cremer, der das Domkapitel nach außen vertritt und für die Umsetzung seiner Beschlüsse verantwortlich ist. Weitere Mitglieder sind Weihbischof Karl Borsch und die Domkapitulare Dr. Andreas Frick, Monsignore Gregor Huben und Klaus Esser.

Die Wurzeln des Domkapitels reichen bis in die Zeit Karls des Großen zurück, der an seiner Marienkirche Stiftsgeistliche für Liturgie und Gebet einsetzte. Bis heute gehören die Feier der Gottesdienste, die Sorge für Liturgie und Seelsorge, der Erhalt des Doms und die Wahl des Bischofs zu den zentralen Aufgaben des Domkapitels.

Dompropst Cremer begrüßt die personellen Ergänzungen. „Ich freue mich, dass mit Jan Nienkerke und Hannokarl Weishaupt das Domkapitel wieder vollständig besetzt ist. Mit Hannokarl Weishaupt als Pfarrer der Innenstadtpfarrei Franziska von Aachen und Timotheus Eller als Verantwortlichem für die City-Seelsorge können wir die kirchlichen Angebote in der Innenstadt noch besser aufeinander abstimmen. Die Seelsorge am Dom wird so deutlicher als ein geistliches Zentrum im Miteinander mit anderen Akteuren in der Stadt Aachen sichtbar.“

Zu den Personen

Domkapitular Jan Nienkerke (53) wurde 1999 in Aachen zum Priester geweiht. Der gebürtige Mönchengladbacher ist seit dem 16. August 2024 Generalvikar des Bistums Aachen. Zuvor war er unter anderem Regionalvikar der Region Kempen-Viersen, Pfarrer in Viersen-Dülken, Vizeoffizial sowie Diözesanrichter am Bischöflichen Offizialat in Aachen.

Domkapitular Hannokarl Weishaupt (62) empfing 1994 die Priesterweihe. Seit dem 1. Dezember 2025 leitet er die Pfarrei Franziska von Aachen. Darüber hinaus ist er stellvertretender Generalvikar, Bischofsvikar für das Caritaswesen und Vorsitzender des Caritasverbandes. Bereits seit Februar 2019 gehörte Weishaupt dem Domkapitel als nichtresidierender, also nicht ortsgebundener, Domkapitular an. In dieser Funktion war er nicht zum ständigen Dienst im Hohen Dom verpflichtet, besaß jedoch zum Beispiel bei einer Bischofswahl die gleichen Rechte wie ein residierender Domherr.

Domvikar Timotheus Eller (61) wurde 1964 in Bocholt geboren und 1995 zum Priester geweiht. Von 2020 bis Ende 2025 war er Pfarradministrator der Pfarrei Franziska von Aachen. Aus gesundheitlichen Gründen gab er diese Aufgabe ab, bleibt aber weiterhin in der Citykirche St. Nikolaus seelsorglich tätig und hilft als priesterlicher Mitarbeiter in der Pfarrei Franziska von Aachen mit.

Ehrendomherr Msgr. Dr. Stefan Dückers (61) wurde 1964 in Nettetal-Kaldenkirchen geboren und 1990 in Rom zum Priester geweiht. Der promovierte Theologe ist Ordensreferent des Bistums Aachen. Zudem wirkt er derzeit in der priesterlichen Mitarbeit im Pastoralen Raum Forst-Brand. Von 2015 bis 2021 leitete er das Aachener Priesterseminar und war zuvor unter anderem Bischöflicher Beauftragter für die Kolumbienpartnerschaft.

Zwischen Kultur, Religion und Verantwortung

Bischof Delville würdigt historische Bedeutung Karls des Großen und
ruft zu Engagement für Gemeinschaft auf

Der Bischof von Lüttich, Prof. Dr. Jean-Pierre Delville, war Hauptzelebrant des Pontifikalamts zum Karlsfest.

Dichte Weihrauchschwaden, Kerzenschein, brausende Orgelklänge, mittelalterliche Litaneien sowie Kunstschätze und konzertante Momente – das Pontifikalamt zum Karlsfest lieferte auch in diesem Jahr wieder alle Zutaten, die die zahlreichen Mitfeiernden gewohnt sind und erwarten. Einmal im Jahr wird in diesem Rahmen alles aufgefahren, was die katholische Kirche an Traditionen zu bieten hat. Fester Bestandteil des feierlichen Hochamts ist stets die Predigt eines Gastbischofs. In diesem Jahr fiel diese Aufgabe dem Bischof von Lüttich, Prof. Dr. Jean-Pierre Delville, zu.

Aachens Bischofs Dr. Helmut Dieser begrüßte den Gast und erinnerte an die wechselvolle Geschichte beider Bistümer, die historisch eng verbunden waren: lange habe Aachen zum Bistum Lüttich gehört; später, im Zuge der napoleonischen Neuordnung, Lüttich für einige Jahre zum damals neu gegründeten Bistum Aachen. Heute sei das Verhältnis der beiden Diözesen besser denn je.

Gemeinwohl und Verständigung der Völker im Blick behalten

In seiner Ansprache wies Delville auf die historische Bedeutung Karls des Großen hin, dessen Todestag sich am 28. Januar zum 1212. Mal jährt. Er erklärte, dass der Kaiser vor allem durch die Förderung von Kultur, Bildung und Religion sowie durch die Vereinheitlichung von Liturgie, Bibeltexten und Sprache zur Einheit seiner Völker beitrug. Delville erinnerte daran, dass Karls Maßnahmen dazu dienten, unterschiedliche Regionen und Völker zusammenzuführen, und dass Zusammenarbeit über kulturelle und religiöse Grenzen hinweg Teil seines Wirkens war.

Er regte an, zu überlegen, ob heutige politische Führer ähnlich das Gemeinwohl und die Verständigung zwischen Völkern im Blick hätten, und betonte, dass politische Verantwortung stets Respekt und Dialogbereitschaft erfordere – eine Haltung, die auch Papst Franziskus in seiner Botschaft zum Weltfriedenstag 2026 hervorhob. Abschließend rief der Bischof dazu auf, dass der Einsatz für Weisheit, Einsicht und das Gemeinwohl im Alltag beginnen sollte und dass jeder Einzelne zur positiven Gestaltung der Gemeinschaft beitragen könne.

Zur Person

Jean-Pierre Delville, 1951 in Lüttich geboren, verbindet als Historiker, Theologe und Organist Wissenschaft, Musik und Glauben. Vor seinem Eintritt ins Priesterseminar erwarb er an der Universität Lüttich eine Lizenz in Geschichte und ein Orgeldiplom am Konservatorium. Nach Studien in Philosophie und Theologie in Löwen und Rom promovierte er 1996 in Bibelwissenschaften. 1980 wurde er zum Priester geweiht, 2013 zum Bischof von Lüttich ernannt. Neben seinem bischöflichen Amt ist er Professor und Ordinarius für Geschichte des Christentums an der Katholischen Universität Löwen (UCLouvain), geistlicher Assistent der Gemeinschaft Sant’Egidio und seit 2010 Schriftleiter der renommierten Fachzeitschrift „Revue d’histoire ecclésiastique“.

Die vollständige Predigt auf Deutsch lesen Sie hier.

Die vollständige Predigt auf Französisch lesen Sie hier.

Top-Journalist Elmar Theveßen macht sich „Domgedanken“

ZDF-Spitzenjournalist soll am 20. März über das spannungsreiche Verhältnis zwischen Amerika und Europa sprechen

Die Reihe „Domgedanken“ der Europäischen Stiftung Aachener Dom (ESAD) erhält prominenten Besuch: Am Freitag, 20. März, um 19 Uhr soll Elmar Theveßen, Leiter des ZDF-Studios Nord- und Mittelamerika in Washington, im Aachener Dom sprechen.

Kaum ein anderer deutscher Journalist kennt die politischen Machtzentren der USA so gut wie er. Dass sein Vortrag im Aachener Dom auch wirklich stattfinden kann, ist keineswegs selbstverständlich: Es ist bereits der dritte Versuch der ESAD, Theveßen einzuladen. Immer wieder machten internationale politische Spannungen einen Strich durch die Rechnung.

In seinem Vortrag widmet sich Elmar Theveßen nun dem Verhältnis zwischen Amerika und Europa – einem Thema, das angesichts globaler Krisen, geopolitischer Machtverschiebungen und wachsender Unsicherheiten aktueller kaum sein könnte. Der Aachener Dom bietet dafür einen besonderen Rahmen: als Ort der Reflexion, des Dialogs und der europäischen Geschichte. Moderiert wird der Abend von Dr. Jürgen Linden, dem Vorsitzenden des Stiftungsrats der ESAD und früheren Oberbürgermeister. Der Eintritt ist frei.

Zur Person

Elmar Theveßen wurde 1967 in Viersen geboren und studierte Politikwissenschaft, Geschichte und Germanistik in Bonn sowie Foreign Policy and Journalism an der American University in Washington, D.C. Nach frühen Stationen im ZDF-Studio Bonn und als verantwortlicher Redakteur von „Bonn direkt“ arbeitete er bereits von 1995 bis 2001 als ZDF-Korrespondent für Nordamerika in Washington.

Berühmter Weihnachtsliederzyklus
zum Tag des Geweihten Lebens

Ordensleute aus dem Bistum Aachen feiern Vesper im Dom – Mädchenchor singt

Zu einer stimmungsvollen Vesper laden das Domkapitel und der Vorstand der Vollversammlung der Orden im Bistum Aachen am Sonntag, 1. Februar, um 18 Uhr in den Dom ein. Anlass ist der „Tag des Geweihten Lebens“, ein weltweiter katholischer Gedenktag, der jedes Jahr am Fest der Darstellung des Herrn (Mariä Lichtmess, 2. Februar) begangen wird und das vielfältige Wirken von Orden und geistlichen Gemeinschaften in den Mittelpunkt stellt.

Die Besucherinnen und Besucher dürfen sich auf eine besonders festliche musikalische Gestaltung freuen: Der Mädchenchor am Aachener Dom singt unter der Leitung von Domkantor Marco Fühner den berühmten Weihnachtsliederzyklus „A Ceremony of Carols“ von Benjamin Britten. Begleitet werden die jungen Sängerinnen von der Harfenistin Agnieszka Gralak. Dass an diesem Abend noch einmal Weihnachtsklänge im Dom zu hören sind, hat Tradition: Vor der Liturgiereform von 1970 galt Mariä Lichtmess als Ende der Weihnachtszeit.

Die Vesper ist als Wortgottesfeier gestaltet und eine Einladung zu Besinnung, Musikgenuss und gemeinsamer Feier. Der Eintritt ist frei.

Ticketverkauf

Sonntag, 22. März 2026, 17.00 Uhr
Johann Sebastian Bach
Johannespassion

Tickets im Vorverkauf zum Preis von 10 – 25 € sind hier erhältlich.

Vortrag am 23. Februar: Eine Welt der Vasallen

Sozialethiker Elmar Nass analysiert die strategischen Ambitionen der Volksrepublik

Auf Einladung der Europäischen Stiftung Aachener Dom (ESAD) spricht Prof. Dr. Dr. Elmar Nass am

Montag, 23. Februar, um 19 Uhr

in der Reihe „Domgedanken“ über Chinas wachsenden weltpolitischen Einfluss. Unter dem Titel „Eine Welt der Vasallen. Chinas globaler Plan und die Antwort Europas“ analysiert der Sozialethiker die strategischen Ambitionen der Volksrepublik und geht der Frage nach, welche Herausforderungen sich daraus für Europa ergeben.

Ausgehend von den Visionen des chinesischen Präsidenten Xi Jinping beleuchtet Nass wirtschaftliche, politische und militärische Machtansprüche Chinas sowie deren mögliche Auswirkungen auf Freiheit, Identität und Werte in Europa. Zugleich zeigt er Handlungsoptionen auf und ordnet die Entwicklungen aus ethischer Perspektive ein. Nass gilt als einer der profiliertesten Sozialethiker in der modernen Chinaforschung.

Der Referent ist Inhaber des Lehrstuhls für Christliche Sozialwissenschaften und gesellschaftlichen Dialog an der Kölner Hochschule für Katholische Theologie (KHKT), wo er auch als Prorektor tätig ist. Zudem wirkt er als Domvikar am Aachener Dom.

Die Moderation des Abends übernimmt der Journalist David Grzeschik aus der Berliner Parlamentsredaktion der Rheinischen Post.

Der Vortrag findet in der Aula der Domsingschule statt. Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.