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Der Dom als europäische Konstante

30 Jahre Europäische Stiftung Aachener Dom – Stiftungsratsvorsitzender
Dr. Jürgen Linden wirft einen Ausblick auf das exklusive Herbstprogramm

Dr. Jürgen Linden bei einer Begrüßungsansprache. Foto: Andreas Steindl

Die Europäische Stiftung Aachener Dom (ESAD) feiert in diesem Jahr ihr 30-jähriges Bestehen. Seit ihrer Gründung 1995 setzt sie sich dafür ein, den Aachener Dom als Symbol für die geistige und kulturelle Einheit Europas ins Bewusstsein zu rücken. Zahlreiche Lesungen, Vorträge und Diskussionsrunden mit prominenten Stimmen aus Politik, Theologie und Kultur haben seither den europäischen Gedanken im Dom sichtbar gemacht.

Für Aachens früheren Oberbürgermeister Dr. Jürgen Linden, seit 2019 Stiftungsratsvorsitzender der ESAD, ist es wichtiger denn je, Flagge zu zeigen und den Menschen die Bedeutung Europas immer wieder aufs Neue darzulegen.

Herr Dr. Linden, ist die europäische Einheit in Gefahr?

Linden: „Das Thema Europa ist derzeit tatsächlich schwierig. Die Großen dieser Welt stecken ihre Einflusszonen ab, verhandeln über die Ukraine und die Welthandelsordnung. Europa sitzt dabei oft am Katzentisch und muss sich nach den Runden der Big Player mit den Ergebnissen zufriedengeben. Um handlungsfähig zu bleiben, muss Europa dringend unabhängiger werden – wirtschaftlich wie militärisch!“

Was könnte helfen?

Linden: „Immer wieder erschweren einzelne Länder den Konsens. Wir brauchen deshalb eine Runde der Willigen. Nur so können Ressourcen sinnvoll genutzt werden – nicht für endlose Streitereien, sondern für Investitionen und konkrete Reformen.“

Warum ist es wichtig, diese Themen im Aachener Dom zu diskutieren?

Linden: „Der Dom ist ein einzigartiges Symbol. Hier über Karl den Großen und das mittelalterliche Kaisertum hinaus europäische Fragen zu behandeln, ist von besonderer Strahlkraft. Wir wollen ein Bewusstsein schaffen für die Vorteile und Notwendigkeiten des europäischen Zusammenhalts – und auf Gefahren hinweisen. Die Werte unserer christlich-jüdischen Kultur wie Humanität, Solidarität, Respekt, Toleranz und die Wertschätzung des anderen, dürfen wir nicht oft genug betonen.“

Wer engagiert sich in der Stiftung?

Linden: „Zur Stiftung gehören Vertreter des Domkapitels und Persönlichkeiten aus der Bürgerschaft. Viele Mitglieder unseres Stiftungsrats und Kuratoriums kommen aus Politik, Wissenschaft, Bildung, Kunst und Literatur. Spannend ist, dass Frauen und Männer mit unterschiedlichen politischen Auffassungen Hand in Hand zusammenarbeiten. Diese Vielfalt und gute Vernetzung haben uns ermöglicht, Gäste wie den Schriftsteller Navid Kermani, die luxemburgischen Premierminister Jean-Claude Juncker und Luc Frieden oder die Kulturwissenschaftlerin Aleida Assmann in den Dom einzuladen.“

Welche Veranstaltungen stehen als Nächstes an?

Linden: „Am 29. Oktober holen wir gemeinsam mit der Karlspreisstiftung den Interreligiösen Dialog nach, der im Frühjahr ausgefallen ist. Mit dabei sind Kardinal Reinhard Marx, Karlspreisträger Pinchas Goldschmidt und Mouhanad Khorchide, Leiter des Zentrums für Islamische Theologie in Münster. Am 4. November folgt eine Lesung mit Bernhard Schlink. Und am 19. November lesen wir für die Jüngsten: Jochen Till, Vorlesekünstler des Jahres 2024, gestaltet eine Veranstaltung für Grundschulkinder.“

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HINWEIS

+++ Vortrag von Elmar Theveßen fällt aus +++

Der für Freitag, 7. November, angekündigte Vortrag (Nachholtermin) von Fernsehjournalist Elmar Theveßen entfällt erneut. Grund ist die offene Visafrage auf seine Arbeit als Amerikakorrespondent.